Pfandkredit

Pfandkredit: Im frühen Mittelalter

/ / History / 13. November 2017

Seit etwa 7000 v. Chr. existiert der Pfandkredit. Schon die frühen Kulturkreise haben Transaktionsgeschäfte durchgeführt. Zu diesen gehörten die Hinterlegung bzw. Pfandsicherung.

Private Bänker in der Antike

In den ersten Hochkulturen, in Mesopotamien und Kleinasien sowie in Ägypten, ist ein staatliches und/oder aus der Religion organisiertes Bankenwesen entstanden. Der Kodex „Hammurapi“ (Keilschrifttafeln) aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. belegt dies. Zu dieser Zeit gab es keine privaten Kreditinstitute, nur private Darlehensgeber, unter anderem Pfandleiher.

Ab dem siebten Jahrhundert beschreibt Homer diese Neuerung im Bankenwesen, in Griechenland. Der aristokratische Geldadel drang auf den Kapitalmarkt und verlieh Kredite an Handwerker, Kleinbauern und Söldner. Dies belegt die Gesetzgebung von Drakons und Solons. Die ersten dokumentierten Aufzeichnungen der Menschheitsgeschichte, über spezialisiertes Bankenwesen (Sisachhie-Gesetz) wurden von Solons dokumentiert.

Vom Geldwechsel bis zum Pfandkredit

Rom hatte im Laufe seiner Geschichte keine Kreditinstitute. Demnach gab es keine Tempelbanken nach griechischem Vorbild. Das Bankwesen ist vielmehr aus dem lukrativen Fernhandel entstanden. Es wurden überwiegend Darlehen gewährt. Spareinlagen gab es kaum; das römische Finanz- und Rechnungswesen kannte noch keinen Wertpapierhandel. So gab es auch keine Investitionen in andere Unternehmen.

Ende des vierten Jahrhunderts v. Chr. entwickelte sich durch den Geldwechsel das private Bankwesen in Rom und auch in Griechenland weiter. Es wurden erstmals „agentarii“ erwähnt (Livius 310 v. Chr.). Diese privaten Bankiers waren mit ihren „tabernae veteres“ (Wechselbuden / feste Stände) und „mensae“ (Wechseltische) auf dem Forum beim Janustempel lokalisiert. Anfangs waren die „agentarii“ ausschließlich einfache Geldwechsler und Münzprüfer. Dennoch ist ihnen der Einstieg in das Kreditgeschäft, durch die geringe Münzvielfalt im römischen Herrschaftsgebiet, gut gelungen. Gewährte Darlehen wurden von diesen privaten Bankiers in ein Rechnungsbuch (codies accepti et expensi) eingetragen.

Die „argentarii“ haben das Pfandkreditgewerbe in Italien geprägt und weiterentwickelt.

Im Mittelalter war dann der Pfandkredit die wichtigste Kreditform für die Bevölkerung. Mithilfe der Pfandleiher konnte jeder Bürger jahreszeitlich bedingte Engpässe an Nahrungsmitteln und Bargeld überbrücken. Die Majorität bildeten jüdische Pfandleiher, bei denen die Ärmsten eine Decke und die Reichen ihre Juwelen versetzten.

Vorrangig aus dieser Zeit haben die Pfandleiher den Ruf eines Wucherers erhalten, indem sie angeblich vor allem sozial schwache ausbeuteten. Das ist in der gesellschaftlichen Meinung bis heute zu spüren.


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